1995 entstand die Serie Montagskinder, eine der ersten schwul-lesbischen Soaps im deutschen TV. 55 Folgen à 24 Minuten wurden produziert und liefen zunächst im Berliner Kabel-TV und anschließend in vielen anderen Städten in regionalen Sendern, u.a. auch in Essen auf OK43. (s.u.)
Zu einer Zeit, als von den heute geradezu obligatorischen Homo-Charakteren in TV-Serien noch nicht mal zu träumen war, spielte Regisseur & Produzent Andreas Weiß bewußt mit dem Feuer, ließ hauptsächlich Schwule und Lesben Liebe, Lust und Leid erleben und reduzierte Heteros zu Randfiguren. Montagskinder hat Tabus gebrochen.
Und worum geht’s? Die abgetakelte Hollywood-Diva Candy Candle, die Jahre zuvor in der amerikanischen Billigsoap “Years Of Happiness” eine kleine Rolle spielte, flippt regelrecht aus, als die alte Serie in einem Kabelprogramm in Deutschland ausgestrahlt wird. Grund für Candy, alle ihre Freunde zu einer Party einzuladen.
Und was für Gäste da erscheinen: Ein sympathisches, zickiges und sex-süchtiges Völkchen – die meisten davon schwul oder lesbisch. Mit dieser Party beginnt die Party des Lebens: Es geht um Lust und Frust, um Intrigen, Tragödien und Kaffeekränzchen.
Da gibt es das schwule Dreieck als endloses Thema mit Variationen. Da gibt es die junge Lesbe im ewigen Clinch mit der Mutter, die doch so gern einen Schwiegersohn hätte. Da gibt es den Stricher und seine Freier ebenso wie den schwulen Ausländer und den HIV-Positiven. Sie alle lernen wir kennen, beinahe wie unsere Nachbarn und können fortan an ihrem Leben teilhaben…
MontagsKinder – eine schwer einzuordnende Mischung zwischen Kopie und Parodie üblicher Seifenopern – aber wohl gerade deshalb so reizvoll, weil sich die Produktion eben nicht so einfach in eine Schublade pressen läßt!
Auch heute, dreizehn Jahre später, hat die Serie nichts von ihrem schrägen Charme verloren, auch wenn die Low-Budget-Technik für Publikum mit heutigen Fernsehgewohnheiten zunächst etwas befremdlich wirken kann.
Die ersten Folgen der MontagsKinder wurden im Jahr 2000 schon einmal im Offenen Kanal Essen gesendet. Damals mußte die Ausstrahlung der Serie aber aufgrund einer Anweisung der Landesmedienanstalt nach gut 20 Folgen abgebrochen werden, weil man aufgrund der unverblümten Darstellung schwulen Lebens inklusive erotischer Szenen Zuschauerbeschwerden befürchtete. Jetzt aber – 8 Jahre später – hat man im OK43 für die MontagsKinder einen geeigneten Spätsendeplatz gefunden, und so wird die komplette Serie – alle 55 Folgen – in Essen gesendet.
Sendestart ist der 24. Mai 2008. Jeweils 2 Folgen der Serie werden immer Samstags um Mitternacht ausgestrahlt und an den darauffolgenden Tagen (Sonntag und Montag) ebenfalls um 0:00 Uhr, wiederholt.
Mehr zur Serie gibt es unter http://www.montagskinder.de
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